Ortsteile

Äußere Nordstadt

Die Nordstadt ist ein Stadtteil im Stadtbezirk Bonn in Bonn. Sie liegt nordwestlich vom Stadtzentrum und hat etwa 14.000 Einwohner.

Die Nordstadt entstand etwa zur selben Zeit wie die Südstadt. Im Gegensatz zur Südstadt entwickelte sie sich allerdings zu einer Wohnlage der unteren Mittelschicht. Als wesentliche Erschließungsachsen fungierten frühere „Flurwege“, u. a. die Breite Straße und die Heerstraße. In den 1870er-Jahren wurde die Adolfstraße erschlossen – als Parallele zur Heerstraße. Nachdem die Baumaßnahmen bis in die 1890er-Jahre weitgehend ungeplant verliefen, lagen der Stiftsgasse, die 1891–1899 errichtet wurde, erstmals umfassendere Planungen zugrunde. Auch die Kasernenstraße und die vom 1910 erbauten Kaiser-Karl-Ring ausgehenden Straßen, die in den Jahren 1893–1898 angelegt wurden, fußten auf detaillierteren Entwürfen.

Die Wohngebäude des entstandenen Stadtteils wurden im Souterrain bzw. in Anbauten auch gewerblich genutzt. Die unterschiedliche Ausstattung der überwiegend dreiachsigen und dreigeschossigen Häuser ist in den unterschiedlichen Wünschen der Nutzer begründet. Balkons und Vorgärten wurden im Gegensatz zur Südstadt nicht eingerichtet.

Von 1973 bis 1977 wurde am südlichen Rand des Stadtteils das neue Bonner Stadthaus errichtet, der damit verbundene Abriss mehrerer Straßenzüge führte zu Protesten. Seit 1975 wurde die Nordstadt im Rahmen von Stadterneuerungsmaßnahmen grundlegend saniert; das gesamte Viertel steht seit 1990 unter Denkmalschutz.

Im Bereich zwischen den ehemaligen Markthallen und dem Verteilerkreis (Anschlussstelle und Endpunkt der A 555) befindet sich das Gewerbegebiet Verteilerkreis. Neben dem Eierlikörhersteller Verpoorten, dem Eisenbahn-Bundesamt auf dem Gebiet des ehemaligen Ellerbahnhofs und der Magnetfabrik Bonn haben sich dort einige Autohändler, Drive-in-Restaurants sowie ein Discounter angesiedelt.

Östlich des Verteilerkreises liegt das Poststadion, in dem sich früher eine Radrennbahn befand.

Am südlichen Ende der Nordstadt, neben dem Stadthaus, befindet sich der 1715 angelegte Alte Friedhof mit Grabstätten von Ernst Moritz Arndt, Clara und Robert Schumann, Karl Joseph Simrock, Wilhelm Schmidtbonn und anderen berühmten Bonnern. Der südliche Teil der Nordstadt ist geprägt von alten Häusern und engen, verwinkelten Straßen. Er wird daher auch als Altstadt bezeichnet. Die Verwendung des Ausdrucks geht hier auf die mittleren 1970er Jahre zurück. Die innere Nordstadt war damals bereits ein vor allem bei Studenten und Schülern beliebtes Kneipenviertel. Mehrere Gastwirte und Geschäftsleute schlossen sich damals zur "Altstadt-Initiative" zusammen. Die beteiligten Lokale erhielten Schilder mit der Aufschrift "Altstadt - das Herz von Bonn". Der Ausdruck "Altstadt" war orientiert am Vorbild der Düsseldorfer Altstadt, die damals bereite als Kneipenviertel einen legendären Ruf besaß. Tatsächlich liegt die innere Nordstadt aber nicht auf dem Gebiet der historischen Bonner Altstadt. Diese lag vielmehr zwischen Markt, Rathaus und Rheinufer und reichte im Norden bis zum Stiftsplatz in unmittelbare Nachbarschaft zur Nordstadt. Die Bonner Altstadt wurde durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer getroffen. Als Wohnviertel unbeliebt und von geringem Prestige, wurde sie in den 1950er weiträumig abgerissen und durchgehend mit Neubauten im Stil der 50er, 60er und 70er Jahre überbaut. In der Brüdergasse erinnert bis heute eine Aufschrift mit stilisiertem Stadtplan an diese "Altstadt-Umlegung". Der Ausdruck "Altstadt" geriet in Bonn außer Gebrauch; nur weil er damit "frei" geworden war, konnten ihn die Nordstadt-Wirte um 1975 auf die Gegend zwischen Breite Straße und Heerstraße übertragen. Die ansässigen Geschäftsleute halten bis heute an diesem Gebrauch fest und haben dort erst vor kurzem ein die Breite Straße überspannendes Schriftband "Altstadt" angebracht.

Gegenüber dem Frankenbad, einem der vier Bonner Hallenbäder, am Hochstadenring, liegen der Bonner Kunstverein und das Künstlerforum Bonn. In der dortigen „Artothek“ besteht die Möglichkeit zeitgenössische Kunst auszuleihen.

Die auf der Adolfstraße/Ecke Oppenhoffstraße gelegene Stadtkirche Sankt Marien zählt zu den wichtigsten und stilreinsten Kirchen der Bonner Innenstadt. Das neogotische katholische Gotteshaus wurde 1887 bis 1892 errichtet.

Direkt an der Viktoriabrücke liegt das August-Macke-Haus. In dem Wohnhaus finden Ausstellungen über den Künstler statt. Als weiteres Museum befindet sich das Frauenmuseum in der Nordstadt.

Quelle: Wikipedia.de